Die Freie Kultur muss erhalten bleiben
Zu den geplanten Kürzungen im Bereich der Freien Kultur erklärt Carolin Juler, Sprecherin für Kultur:
»Die veröffentlichte Stellungnahme der Allianz für Substanz 2025 zur drohenden Kürzung der Strukturförderung in der Freien Kultur erfüllt mich mit großer Sorge. Es geht hier nicht nur um finanzielle Kürzungen, sondern um den Erhalt der kulturellen und sozialen Substanz unserer Stadt. Chemnitz ist geprägt von einer lebendigen Kulturszene, die Räume für Kreativität, Begegnung und gesellschaftlichen Zusammenhalt schafft. Die Freie Kultur steht für die Werte, die wir als Stadtratsfraktion Die Linke hochhalten: soziale Gerechtigkeit, kulturelle Teilhabe und das Recht auf Bildung und Kreativität für alle.
Die geplante Kürzung von rund 20 Prozent in der Strukturförderung würde eine Vielzahl von Initiativen und Vereinen existenziell gefährden. Diese Einrichtungen sind nicht nur Bühne und Treffpunkt, sondern wichtige Partner in der kulturellen Bildung, in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und im Dialog mit der gesamten Stadtgesellschaft. Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag für die Kultur- und Kreativwirtschaft, die gerade in Sachsen ein wichtiger Wirtschaftszweig ist. Diese Strukturen zu gefährden, wäre fatal – für Chemnitz, für seine Menschen und für die langfristige Entwicklung der Stadt.
Ich verstehe, dass die finanzielle Lage der Stadt angespannt ist. Dennoch dürfen die Sparmaßnahmen nicht auf Kosten der Freien Kultur gehen. Gerade die Kultur hat in der Corona-Pandemie gezeigt, wie unverzichtbar sie für die Gesellschaft ist, und viele der betroffenen Vereine haben ihre letzten Reserven eingesetzt, um durch diese Zeit zu kommen. Es ist unsere Aufgabe als Stadt und als Gesellschaft, diese wertvollen Strukturen zu bewahren und nicht weiter zu schwächen. Ich unterstütze den Appell der Allianz für Substanz 2025 und fordere die Stadtverwaltung auf, die geplanten Kürzungen zu überdenken. Wir brauchen einen ehrlichen und offenen Dialog zwischen allen Beteiligten, um gemeinsam Lösungen zu finden, die den Stellenwert der Freien Kultur in Chemnitz berücksichtigen. Der Austausch mit Bürgermeisterin Ruscheinsky in dieser Woche ist ein wichtiger Schritt, den ich ausdrücklich begrüße.
Chemnitz steht 2025 als Kulturhauptstadt Europas im internationalen Rampenlicht. Es wäre ein fatales Signal, wenn wir im selben Atemzug die kulturelle Basis zerstören, die dieses Projekt erst möglich gemacht hat. Als Fraktion setzen wir uns dafür ein, dass unsere Stadt weiterhin ein Ort der kulturellen Vielfalt, der sozialen Teilhabe und des Zusammenhalts bleibt. Gemeinsam können wir es schaffen, die Freie Kultur zu sichern und Chemnitz auch in Zukunft als eine offene und lebenswerte Stadt zu gestalten. Gerade in Zeiten, in denen extrem rechte Parteien und Populist:innen versuchen, die Freie Kultur zu untergraben, ist ein deutliches Zeichen aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft unerlässlich, um gemeinsam gegen Kürzungen und Einsparungen im Kulturbereich einzutreten.“